Haarausfall - seit Menschengedenken beschäftigt dieses Problem Wissenschaftler und Mediziner, aber auch die Betroffenen in aller Welt. Volles Haar wird vielfach mit Attributen Jugendlichkeit, Attraktivität und Dynamik verbunden, während schütteres Haar vornehmlich von den Betroffenen als Diskriminierung empfunden wird.
Vor dem Hintergrund des wachsenden Hautkrebsrisikos durch schädigende Sonneneinflüsse (Ozonloch) bekommt die Problematik des Haarausfalls nicht nur eine psychologischen sondern auch einen medizinischen Aspekt.
Mit Mitteln gegen Haarausfall, wie Haarwasser, Shampoos, Tinkturen und Medikamenten werden weltweit jährlich Milliardenumsätze erzielt, ohne dass bis heute ein entscheidender Durchbruch auf diesem Gebiet erreicht wurde. Auch das kürzlich in den Medien behandelte Thema “Haarwuchs durch Genmanipulation” ist Zukunftsmusik und wird frühestens in 10 Jahren einen Behandlungsansatz bieten, dessen Ausgang und Langzeitresultat noch unklar ist.
Die Betroffenen wollen aber nicht auf mögliche Entwicklungen warten, sie wünschen die sofortige und dauerhafte Lösung ihres Problems. Das Haar, aber auch die Haarwurzel, sind oftmals Spiegel von Erkrankungen. Deshalb ist eine wissenschaftliche Haaranalyse beim Hautarzt sinnvoll. Mit Medikamenten kann leider nicht in allen Fällen geholfen werden. Besonders bei bestimmten hormonellen Ursachen des Haarausfalls ist das “Wundermedikament” noch nicht erfunden worden und auch die Genforschung steckt hier noch in den Kinderschuhen.
50-60 % aller Männer verlieren durch das schicksalhafte Zusammenspiel der männlichen Hormone und Erbfaktoren mehr oder weniger stark Haare. Es sind zunehmend junge Männer betroffen, die sich mit diesem Schicksal nicht abfinden wollen. Ob in diesen Fällen auch zunehmend schädigende Umwelteinflüsse eine Rolle spielen, ist noch nicht erwiesen. Auch bei Frauen kann es zu gleichartigen Krankheitsbildern kommen, was für deren Psyche und Wohlbefinden einer Katastrophe gleicht.
Bei einer Eigenhaartransplantation werden gesunde eigene Haarwurzeln mikrochirurgisch in kahle Stellen eingepflanzt. Diese Wurzeln (meist aus dem Hinterkopfbereich - Haarkranz) sind durch Hormone nicht angreifbar, weshalb der Haarwuchs in den behandelten Gebieten lebenslang erhalten bleibt. Wie vor jedem Eingriff muss eine ausführliche ärztliche Beratung über Möglichkeiten und Grenzen stattfinden. Die Betroffenen sollten sich einem Spezialisten anvertrauen.